Das Potential von QR-Code-Marketing: Wohin geht die Reise?

Studienergebnisse: Masterarbeit untersucht Erfolgsfaktoren für QR-Code-Marketing im Kulturbereich

Die Mitglieder aus dem LiveQR-Team, Lisa Lietz und Laura Geissler, haben wissenschaftlich untersucht, was QR-Code-Marketing für Kulturbetriebe erfolgreich macht. Für die Studie wurden einerseits Experten interviewt, die Erfahrungen mit dem Einsatz von QR-Codes haben (u.a. Vertreter aus dem Marketing von Kulturbetrieben, Mobile-Marketing-Experten) und andererseits die potentiellen QR-Code-Nutzer befragt (also diejenigen, die sowohl Kulturangebote besuchen als auch ein Smartphone besitzen). Weitere Informationen zur Studie sowie erste Studienergebnisse, mögliche Ziele und Zielgruppen von QR-Code-Marketing im Kulturbetrieb sowie die Erfolgsfaktoren der Umsetzung und Evaluation sind nachzulesen.

Vor- und Nachteile des Mobile-Marketing-Instruments „QR-Code“

Die Experten sehen im QR-Code als Mobile-Marketing-Instrument zwar zahlreiche Chancen, aber auch Grenzen. Sie sind sich einig, dass es ein Vorteil ist, dass QR-Codes schnell und günstig eingesetzt werden können. Darüber hinaus ist es dienlich, dass sie Online- und Offline-Inhalte verknüpfen. Außerdem können sie ihre Nutzer mit multimedialen Zusatzinformationen und Aktionen bereichern. Folgende Grafik stellt die genannten Vorteile von QR-Codes aus Sicht der Marketingvertreter aus Kulturbetrieben (MKB) sowie aus Sicht der Mobile-Marketing-Experten (MME) vor:

Vorteile von QR-Code-Marketing

Marketingvertreter aus Kulturbetrieben (MKB) und Mobile-Marketing-Experten (MME) nennen Vorteile von QR-Code-Marketing

Doch die Eigenschaft des schnellen und günstigen Einsatzes bedeutet auch einen Nachteil. Der QR-Code wird dadurch häufig eingesetzt und das nicht immer erfolgsversprechend. Schlechte Einsatzbeispiele behindern eine steigende Akzeptanz des QR-Codes in der Gesellschaft, weil viele Smartphone-Besitzer frustriert sind, wenn sie einen QR-Code ohne Mehrwert gescannt haben. Außerdem gelangt der QR-Code an seine Grenzen, wenn damit große Reichweiten erzielt werden sollen. Schließlich sind für viele Smartphone-Nutzer die Hürden noch zu groß und das Installieren und Einsetzen einer QR-Reader-App zu aufwendig.

Dennoch meinen die befragten Experten, dass der QR-Code mittelfristig relevant bleibt und nicht von einer anderen Technologie abgelöst wird. Das Potential, die Nutzerzahlen zu erhöhen, erreicht werden kann. Zwar existieren zur Zeit schon Bilderkennungstechnologien, die für viele Smartphone-Nutzer aber noch zu technisch sind und daher vorerst keine Konkurrenz für die Existenz des QR-Codes bedeuten.

Im Hinblick auf den QR-Code im Mobile-Marketing-Mix erklären die Experten, dass ein Nebeneinander von verschiedenen Instrumenten möglich ist. Der QR-Code-Einsatz schließt nicht aus, dass ein Kulturbetrieb auch eine App oder ähnliches anbietet. Die Wahl des passenden Mobile-Marketing-Instruments hängt davon ab, welches Ziel und welche Zielgruppe erreicht werden soll. Es wird empfohlen, eine grundlegende Mobile-Marketing-Strategie zu entwickeln, die sich am Gesamt-Marketingkonzept orientiert und dort eingliedert. Von dieser Mobile-Marketing-Strategie lassen sich die passenden Instrumente ableiten.

Des Weiteren geben alle Experten an, dass sie in ihrer Praxistätigkeit weder von den anbietenden Unternehmen noch von den Nutzern mit dem Thema Missbrauch von QR-Codes konfrontiert worden sind. Sie kennen keine Fälle aus der Praxis, wo QR-Codes von Kriminellen überklebt wurden und für die Verbreitung von Viren gesorgt hätten. Von daher kann das Thema bei der Konzeption einer QR-Code-Marketingkampagne vernachlässigt werden.

Werden die 2D-Barcodes auch in der Zukunft eine wichtige Rolle im Marketing von Kulturbetrieben spielen?

Der QR-Code hat die Eigenschaft, dass er schnell und günstig eingesetzt werden kann. Das ist sowohl Fluch als auch Segen. Kulturbetriebe können mit einem kleinen Budget schon ein Mobile-Marketing-Angebot schaffen. Jedoch wird der QR-Code inflationär und häufig unbedacht eingesetzt, was zu Frustration bei den Nutzern führt. Sind die QR-Code-Inhalte für sie nicht bereichernd, scannen sie selten einen weiteren Code. Doch zumindest mittelfristig bleiben QR-Codes ein bedeutsames Mobile-Marketing-Instrument, das mit der steigenden Verbreitung von Smartphones ein großes Nutzungspotential besitzt und somit von Kulturbetrieben eingesetzt werden kann, um Besucher per Smartphone anzusprechen.